Varroa und andere Gäste

Das größte Problem der Bienen ist die Varroamilbe (varroa destructor). Einer der wenigen Parasiten, die auf Dauer ihren Wirt töten. So kann also ein Bienenvolk daran zugrunde gehen, wenn der Imker nicht eingreift und die Milbe bekämpft.

Ich habe festgestellt, dass eine Milbenbekämfpung mittels Oxalsäure, die man trocken verdampft, am bienenfreundlichsten ist. Nasse Verdampfung kühlt die Bienen bei einer Winterbehandlung zu stark. Nasses Beträufeln ist ebenfalls weniger bienenfreundlich aus dem gleichen Grund. Eine Alternative wäre noch Ameisensäure im Nassenheider-Verdunster oder im Liebig-Dispenser. Diese beiden verdunsten die Ameisensäure im Bienenstock und wirken auch bis in die Brut, aber das zeigt schon, dass die Säure recht aggressiv sein muss, um die Verdeckte Brut überhaupt zu erreichen. Die Gefahr des Bienensterbens bei Überdosierung besteht und man ist sehr abhängig von der Witterung. Milchsäure ist ebenfalls ein chemisches Produkt, das man nutzt, um z.B. einen eingefangenen Schwarm zu entmilben, indem man die Bienen damit besprüht, aber nur im brutfreien Zustand. Sie vertragen diese Prozedur recht gut.

Man kann mit Oxalsäure, die man trocken in den richtigen Zeitabständen verdampft, bienenschonender entmilben. Es gibt dazu ein Video. Es zeigt, wie es geht. Warum diese Methode in Deutschland nicht zugelassen ist, aber in der Schweiz und Österreich schon, erschließt sich nur dem, der unsere Bürokratie erfunden hat. Er wird seine Gründe haben. Über die Reinvastionsproblematik schreibt der Hersteller des Oxamaten.

Man kann nebendem Verdampfen mit dem Oxomaten, auch den Sublimox nutzen, wenn man Stom in der Nähe der Bienenbeuten hat und auf das Schleppen der Batterie verzichten will. Man muss auf jeden Fall etwas tun gegen die Varroamilbe. Soweit zu den chemischen Methoden.

Weitere Methoden sind rein biologischer Art. dazu gehören: Drohnenschneiden, Königin käfigen, Totale Brutentnahme und andere, z.B. das Mullerbrett. Die Forschungen von Thorben Schiffer bringen hoffentlich neue Erkenntnisse. Es geht um den Bücherskorpion, den Thermodeckel oder eine ganz neue Beutenart.

Vermutlich wird es, solange keine Methode für sich allein wirkt, ein Mix aus allen Methoden sein müssen. Jeder Imker entscheidet sich selbst, wie er diesen Mix zusammensetzt.

Bei mir war es bislang die mehrfache Ameisensäurebehandlung mit dem Nassenheider Verdunster nach dem Abschleuern und eine Träufelbehandlung mit Oxalsäure im Winter. Ich hatte trotzdem meine Misserfolge bei der Varroabekämpfung.

Klimadeckel

Seit 2019 versuche ich den Klimadeckel (Nachtrag 2021: Der Klimadeckel ist wunderbar, auch bei kleinen Völkern habe ich keinen Schimmel mehr. )

Die schwarzen Deckel sind Klimadeckel, die auf einer ca. 10cm hohen Zarge, die mit Sägemehl gefüllt ist. Das Sägemehl widerum wird durch festgetackertes Fliegengitter am Herunterrieseln gehindert. Besonders die Beuten, die im Schatten stehen, profitieren davon, da es innen feuchter ist, als in sonnenbeschienenen Beuten.

Gäste im Stock

Mit den meisten anderen Gästen, neben der Varroa, die sich im Bienenstock so einfinden, kommt die Biene prima zurecht, man muss sich keine besonderen Sorgen machen bei Wachsmotte, Ameise, Wespe oder Hummel, solange sie nicht in Massen auftreten. Einzelne Tiere sind kein Alarmsignal. Dat schaffen die schon!!

Die Maden der Wachsmotte entsorgen die Bienen allen, das sind sie seit Jahrhunderten gewohnt, auf die Varroamilbe haben sie sich noch nicht eingestellt