Welches Beute ist die richtige Beute? – ist eine komplizierte Frage, denn das kommt ganz darauf an, welches System der Imkerei du betreiben willst.
Empfehlung für Anfänger:
Ich empfehle heute, anders als früher, definitiv eine Großraumbeute. Das heißt genauer, die Dadantbeute. Am Besten mit dem richtigen “beespace”. Alternativ geht auch die Zadantbeute oder Deutsch-Normal anderthalb-Beuten. Aber nur, weil du dein vorhandenes Material weiterverwenden willst. Der Vorteil dieser Großraumbeuten ist, dass
- in einer Zarge ein großes Volk zusammen mit dem erforderlichen Futter überwintert werden kann und
- die schnellere Durchsicht des Brutraums
Achtung! Es gibt unterschiedliche Maße einer Dadant-Beute. Es gibt US-Dadant und Dadant-Blatt in Deutschland wird US-Dadant (oder Dadant modifiziert) benutzt, im Rest Europas ist es Dadant-Blatt.
Andere Beuten
Die Hohenheimer Einfachbeute, auch Liebigbeute genannt, ist meine Beute in Holz. Ich kann meine alten Zander-Zargen, -Böden, -Deckel usw. weiter benutzen, habe aber einen Erhöhungsring genommen, um jetzt Zadant-Rähmchen (diese sind eigentlich tiefere Zanderrähmchen, flächenmäßig ähnlich wie US Dadant) verwenden.
Der Nachteil bei der Hohenheimer Einfachbeute im Zander-, oder Deutsch Normal- Maß ( und weiteren Kleinraumbeuten- so nenne ich sie mal, ohne sie dadurch schlechtmachen zu wollen) ist, dass ein großes Volk im Winter eine zweite Zarge benötigt, um auch das erfordefrliche Futter für den Winter unterbringen zu können. Und, wenn man zwei Bruträume durchsehen muss, ist das aufwändiger als bei nur einem Brutraum.
Der Vorteil ist, dass man mit nur einem Rähmchenmaß sowohl Brut- als auch Honigraum bestücken kann. Aber: Das Gewicht einer Zander- Honigraumzarge kann locker 30 Kilogramm erreichen, wie sieht es also mit deiner Kraft aus, wenn du die Beute einmal umsetzten musst? Auch der Kraftfaktor sollte erwogen sein, es gibt Styroporbeuten, die dir das Imkern erleichtern und du kannst ein günstigeres Rähmchenmaß wählen, aus dem gleichen Grund.
Rähmchen
Seit 2019 versuche ich mich an Zadant. Warum? Es gibt da einen Bruder Adam, der die Buckfast-Biene gezüchtet hat, als in der Vergangenheit fast 90% der Bienen in England einem Milbenproblem zum Opfer fielen. Seine Betriebsweise gefällt mir, deshalb imkere ich jetzt genauso. Bruder Adam imkerte auf US Dadant und benötigte nur einen Brutraum. Zadant (das Wort ist eine Mischung aus Zander und Dadant) ist also fast genauso groß wie Dadant und aus oben genannten Gründen mein Maß.
Einlaufen/Einziehen lassen
Du wirst nie vergessen, wenn du dein ersten Volk in die Beute einziehen/einlaufen lässt. Besorge dir ein breites Brett, dass du schräg zum Eingang der Beute hin anlegst, schütte alle Bienen vorsichtig auf dieses Brett und warte ab, was passiert. Die Bienen werden nicht auffliegen, sondern langsam anfangen in die Beute zu krabbeln, bis auch die letzte Biene drin ist.
Achtung: Wenn die Bienen neu in eine leere Kiste einziehen, haben sie kein Futter und kein Wasser, dafür bist erstmal du zuständig. Zwei Tetra-Packs (mind. 1 Liter, besser mehr) mit jeweils einmal Futter und einmal Wasser, gehören in die Beute. In die Tetra-Packs, die du aufgeschnitten hast, damit viele Bienen heran kommen, musst du Kletterhilfen, wie Gestrüpp, Zweige, o.ä. hineinlegen, damit die Bienen nicht ersaufen, sondern wieder herauskrabbeln können. Eine Futterzarge tut es natürlich auch, diese setzt man von oben auf das Volk.