Das erste Volk, die erste Beute

Welches Beute ist die richtige Beute? – ist eine komplizierte Frage, denn das kommt ganz darauf an, welches System der Imkerei du betreiben willst.

Empfehlung für Anfänger:

Ich empfehle heute, anders als früher, definitiv eine Großraumbeute. Das heißt genauer, die Dadantbeute. Am Besten mit dem richtigen “beespace”. Alternativ geht auch die Zadantbeute oder Deutsch-Normal anderthalb-Beuten. Aber nur, weil du dein vorhandenes Material weiterverwenden willst. Der Vorteil dieser Großraumbeuten ist, dass

  1. in einer Zarge ein großes Volk zusammen mit dem erforderlichen Futter überwintert werden kann und
  2. die schnellere Durchsicht des Brutraums

Achtung! Es gibt unterschiedliche Maße einer Dadant-Beute. Es gibt US-Dadant und Dadant-Blatt in Deutschland wird US-Dadant (oder Dadant modifiziert) benutzt, im Rest Europas ist es Dadant-Blatt.

Andere Beuten

Prinzipiel ist die Frankenbeute (in Styropor) zwar gut, weil du in dieser Beute verschiedene Rähmchenmaße unterbringen kannst. So passen z.B. die beliebten Rähmchenmaße “Deutsch Normal” und “Zander” in dieselbe Zarge. “Zander” im Kaltbau, “Deutsch Normal” im Warmbau. Auch Dadant-, Langstroth– Maße lassen sich auf die Zargen dieser Beute setzen, falls du mal ein Volk auf einem fremden Rähmchenmaß bekommst. Wenn du Holzbeuten bevorzugst, dann ist die Hohenheimer Einfachbeute, auch Liebigbeute genannt, ok. Hier kann man Deutsch-Normal, Zander, sogar Zadant-Rähmchen (diese sind eigentlich tiefere Zanderrähmchen, flächenmäßig ähnlich wie US Dadant) verwenden. Der Nachteil bei diesen (Kleinraumbeuten- so nenne ich sie mal, ohne sie dadurch schlechtmachen zu wollen) ist, dass ein großes Volk im Winter eine zweite Zarge benötigt, um auch das erfordefrliche Futter für den Winter unterbringen zu können. Und, wenn man zwei Bruträume durchsehen muss, ist das aufwändiger als bei nur einem Brutraum.

Das Gewicht einer Zarge kann locker 30 Kilogramm erreichen, wie sieht es also mit deiner Kraft aus, wenn du die Beute einmal umsetzten musst? Auch der Kraftfaktor sollte erwogen sein, es gibt Styroporbeuten, die dir das Imkern erleichtern und du kannst ein günstiges Rähmchenmaß wählen, aus dem gleichen Grund.

Zandermaß in Frankenbeuten aus Styropor

Rähmchen

Seit 2019 versuche ich mich an Zadant. Warum? Es gibt da einen Bruder Adam, der die Buckfast-Biene gezüchtet hat, als in der Vergangenheit fast 90% der Bienen in England einem Milbenproblem zum Opfer fielen. Seine Betriebsweise gefällt mir, deshalb imkere ich jetzt genauso. Bruder Adam imkerte auf US Dadant und benötigte nur einen Brutraum. Zadant (das Wort ist eine Mischung aus Zander und Dadant) ist also fast genauso groß wie Dadant. Für mich ist der Vorteil dass ich meine Böden, Deckel usw., die ich früher benutzte, weiter verwenden kann. Durch einen Erhöhungsring kann ich die von der Fläche her größeren Zadant-Rähmchen verwenden, die bei einem großen Volk ein einzargiges Überwintern ermöglichen.

Einlaufen/Einziehen lassen

Du wirst nie vergessen, wenn du dein ersten Volk in die Beute einziehen/einlaufen lässt. Besorge dir ein breites Brett, dass du schräg zum Eingang der Beute hin anlegst, schütte alle Bienen vorsichtig auf dieses Brett und warte ab, was passiert. Die Bienen werden nicht auffliegen, sondern langsam anfangen in die Beute zu krabbeln, bis auch die letzte Biene drin ist.

Achtung: Wenn die Bienen neu in eine leere Kiste einziehen, haben sie kein Futter und kein Wasser, dafür bist erstmal du zuständig. Zwei Tetra-Packs (mind. 1 Liter, besser mehr) mit jeweils einmal Futter und einmal Wasser, gehören in die Beute. In die Tetra-Packs, die du aufgeschnitten hast, damit viele Bienen heran kommen, musst du Kletterhilfen, wie Gestrüpp, Zweige, o.ä. hineinlegen, damit die Bienen nicht ersaufen, sondern wieder herauskrabbeln können. Eine Futterzarge tut es natürlich auch, diese setzt man von oben auf das Volk.